Innovation setzt voraus, dass man über Zugriff auf Ideen verfügt. Seien es Talent, Anstrengung, extrinsische Inspiration – der Ideen Quellen gibt es unerschöpflich viele. Wer diese Ideenquellen nutzen kann, um etwas Neues zu erschaffen, gilt im Allgemeinen als “kreativ”. Kreativität ist aber nicht auf die Herstellung von Bildern und Tönen oder Produkten des Kunsthandwerkes beschränkbar. Jede/r erfolgreiche Unternehmer/in benötigt Kreativität, um sich den sich ständig ändernden Anforderungen des Realen anpassen zu können.
Nur ein kleiner Teil des “Ideenflusses” – über den alle Kreativen verfügen – wird schlussendlich realisiert. Woran liegt das? Sicher auch daran dass nicht alle Ideen gut sind… aber was ist mit den guten Ideen? Woran scheitern sie? Um Ideen umsetzen zu können braucht es Organisation. Man könnte meinen die Quelle des auftretenden Problems sei darin zu suchen dass jene Art von Anstrengung die hauptsächlich im Management erforderlich ist dem “inspirativen Denken” fast komplementär entgegengesetzt ist (was aber nicht heisst dass Kreative nicht ausreichend über beides verfügen würden).
Oftmals sind es gesellschaftliche Zwänge und Traditionen die einer Umsetzung von guten Ideen entgegenwirken. Als Beispiel können die großen historischen Innovatoren dienen: Gallilei, Keppler, DaVinci, Kolumbus, Freud… allen diesen ist gemeinsam, dass sie bei der Umsetzung jenes “Anderen”, mit dem sie ihre Kultur konfrontieren wollten, sehr starker Ablehnung gegenüberstanden. Es muss ja nicht gleich eine kopernikanische Revolution sein die wir zur Umsetzung bringen wollen. Auch in der Art wie Unternehmen ihre Kommunikation führen, oder bei der Herstellung von Bildern gibt es oft Widerstand gegen Innovationen.
Das menschliche Gehirn verfügt über rationale und emotionale Anteile. Beide Teile können einander im Wege stehen oder sich im positiven Sinne gegenseitig “hochschaukeln”. Letzteres kann man aber nur erreichen, wenn man beide Sphären im kreativen Prozess zum Einsatz kommen lässt. Dann wird Kreativität “lebendig”.
Wie Nietzsche in der “Geburt der Tragödie” schildert, waren es in der vorsokratischen Welt die dionysischen Kräfte, die der Alten Kultur ihre Entfaltungskraft liehen. Dort traten die Extase, das Chaos und der Rausch des Seins (oder des Weins) als die entscheidenden Kulturträger auf. Diese Zustände werden seit jeher von Künstlern und Kreativen zur Gewinnung von Ideen verwendet. In der nachsokratischen antiken Welt stellten nach und nach kalkulatorische Vernunft, Rationalität und Sachlichkeit die vorherrschenden Kulturinstrumente dar, und es wurden ungeahnte Möglichkeiten in Verwaltung und Organisation der Politeia möglich. Als die alten Römer mit diesen Voraussetzungen ihr Reich etablierten, führte dies sogar soweit, dass “Dionysien” verboten wurden.
Wenn wir damit sagen können, dass die alten Kulturen zunächst durch Kreativität entstanden sind und dann durch Organisation weiter wachsen konnten… dann lernen wir daraus, dass beide Komponenten, beide Gehirnanteile, gleichermassen benötigt werden, um Innovationen möglich zu machen und Ideen zur Umsetzung zu bringen.
In den kommenden Wochen werden wir in diesem Blog mehr zu Techniken des “Creative Management” veröffentlichen und Erfahrungsberichte, Theorien und Ideen dazu mit unseren LeserInnen teilen.


Bin gerade eben zufaellig auf den Blog gekommen. Gefaellt mir bis jetzt sehr.
Die Tat wirkt mächtiger als das Wort.