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Es ist soweit – wir haben unsere Google+ Einladungen in unserer Inbox vorgefunden und uns dabei gefühlt wie kleine Kinder, die ein Packerl unterm Christbaum erspähen, auf dem ihr Name steht.
Google ruft und die jungen Erwachsenen strömen in Scharen herbei – Wenn man dieser Tage den Presseaussendungen Glauben schenken darf, dann sind Schätzungen von derzeit 20 Millionen Usern nicht unrealistisch.
Zumindest in den traditionell neugierigen Kreisen der Nerds und Geeks scheinen nur noch die absoluten Hardliner über kein Google+ Profil zu verfügen. Alle anderen sind längst dabei, pflegen ihre Circles, installieren die Hangout-Software und… posten absolut nichts. Denn zum Posten ist immer noch Facebook da.
So etwas wie “Content” hat auf Google+ derzeit wohl (noch) nichts verloren. Das Interface scheint slick genug zu sein, um den meisten Usern zu genügen. Das kann sich aber bald ändern, schließlich verspricht das neue Netzwerk ja auch so etwas wie ein neues Leben, oder – um es mal mit etwas weniger Pathos auszudrücken – neue Freiheiten, wenn die alten leichtfertig verspielt wurden. Haben Mr. und Mrs. Jekyll bereits den Fehler begangen, diverse Freundschaftsanfragen von Vorgesetzten oder gar der eigenen Eltern auf Facebook zu akzeptieren, dann brauchen Mr. und Mrs. Hyde einen Parallel-Spielplatz, wo sie all jene “Social Sauereien” ausleben können, die auf Facebook dank der ständigen Überwachung durch Autoritätsfiguren, die sich obendrein auch noch “Freunde” schimpfen, nun einfach nicht mehr drin sind.
Wird es in absehbarer Zukunft zu einer “echten” Völkerwanderung der Facebook User gen Google’s Serverfarm kommen? Wie lange wird es dauern, bis die erste App erscheint, die den Google+ Usern ganz ungeniert Auskunft darüber gibt, in welche Circles sie von ihren “Freunden” gesteckt wurden? Kann man mit so etwas reich werden? Und wann werden die ersten Klageschriften ob “seelischer Grausamkeit” verfasst, weil Frauen ihre Profile in den “Ferne Bekannte” Circles ihrer Ehemänner entdecken – und vice versa? Wann erscheint Farmville+ und wie können wir uns davor schützen?
Es gilt, sich auf die Herausforderungen einer blau-rot-gelb-grünen Social-Media-Zukunft vorzubereiten, einer Google+ iPhone-App zu harren, die nicht alle zehn Sekunden abschmiert (oder geht es nur mir so?), +1-Buttons auf sämtliche Webseiten zu kleben, die nicht bei drei auf dem Baum sind und schon mal ein paar Termine beim ortsansässigen Psychiater zu vereinbaren.
Denn eines ist sicher: Google+ wird so schnell nicht von der Bildfläche verschwinden. Games werden (bald) kommen, ebenso spezielle Pages für Marken, Unternehmen, Events und Künstler. Und spätestens dann müssen wir unseren Zweitwohnsitz im Netz ersthaft pflegen, v.a. wenn wir weiterhin unsere Brötchen mit solcherlei Dingen verdienen möchten.
Spannende Zeiten für uns und unsere Kunden. Die Zeit für Zweigleisigkeit scheint gekommen. Und mit ihr ein neues Krankheitsbild *slash* Modewort: Social Marketing Shizophrenia.
Wird schon gutgehen.
1 Kommentar zu “Social Media Shizophrenia”
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“Wann erscheint Farmville+ und wie können wir uns davor schützen?”
Diese Frage beschäftigt mich auch sehr intensiv. Noch ist Google+ eine Oase in der Social-Media-Wüste – und hoffentlich bleibt das auch so.